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[Auf ein Wort]

Dezember 2017 Auf ein Wort…

Dezember 2017 Auf ein Wort… published on

Liebe Geschwister und Freunde,

ein alter König machte sich Gedanken über seine Nachfolge. Er rief seine beiden Söhne in die Thronhalle und sagte: "Bis zum Abend habt ihr Zeit, diese Halle zu füllen. Wer es schafft, soll mein Nachfolger werden." Jedem gab er einen Silberling. Das war nicht viel. Beide Söhne zogen los.

Der Ältere kam an ein Feld, auf dem die Leute Weizen droschen. "Ich gebe euch einen Silberling für die Spreu!" So kaufte er diese den Bauern ab, die seinen Kauf dann sogar ins Schloss brachten. "Du kannst mich zum König machen, ich habe die Halle gefüllt!" Aber der Vater wollte noch warten. Als es dämmerte, kam der Jüngere. "Räumt dies alles beiseite!" sagte er. Dann stellte er eine Kerze in die Mitte der Halle und zündete sie an. Warmes Licht erfüllte den ganzen Raum und ließ die Gesichter des Königs und der Söhne, der Diener und Mägde leuchten. Der alte König lächelte und sagte: "Du wirst mein Nachfolger."

Wie kann ich die kommende Advents- und Weihnachtszeit sinnvoll füllen, damit nicht das alle Jahre Übliche und Stressige uns total vereinnahmt? Da muss noch Raum sein für das Eigentliche im Advent, für Gottes Liebe und sein Licht. Deshalb müssen wir Platz schaffen. Wie der Sohn des Königs, der sieht, was dem Licht im Weg steht, und der ruft: "Räumt das alles beiseite!" So will ich Platz schaffen für das Eigentliche.

Advent ist auch eine Zeit des Wartens. Gott will neu zu uns kommen. In unserer Erzählung ist ja die Thronhalle längst gefüllt und der jüngere Sohn bleibt aus. Dennoch will der König warten. Er weiß, dass noch etwas kommt und dass das Warten Sinn macht. Manchmal bringt erst die Dämmerung ans Licht, was wirklich wertvoll ist und Bestand hat. Oder die Stille. Und manchmal muss man sogar eine Zeit der Leere aushalten, bevor Gott wirken kann, – bevor er mir das Herz füllt. Schaffen wir Raum für das Licht. Jesus ist das Licht der Hoffnung und Liebe, das in die Welt gekommen ist und das Gott uns schenkt. Am Weihnachtsfest wollen wir dies feiern.

Dieses Licht füllt dir das Herz. Und die Hand. Und dann kannst du selbst Licht werden.

Eine gesegnete und lichtvolle Advents- und Weihnachtszeit!

Manfred Fischer